Für unsere Garnisonsstadt Philippsburg war neben den Soldaten seit den frühen 70er Jahren die Ansiedlung des Atomkraftwerkes von großer Bedeutung. Über das „Aus“ der Kernkraft in Deutschland wird in den Medien viel berichtet. Dieses Thema ist auch nicht Gegenstand unseres Berichts. Wir möchten über die weitere Verwendung des ehemaligen Kasernengeländes berichten.

Für Philippsburg sehr zum Vorteil ist die durch rege Tätigkeit der Stadt geschaffene Lage, dass durch die Errichtung eines Blockheizkraftwerkes auf dem Gelände der ehemaligen Salmkaserne mit alternativer Energiegewinnung Philippsburg als „Energiestandort“ erhalten bleibt.

Im Wochenblatt Nr. 34 vom 22.8. 2012 und im Stadtanzeiger Nr. 31 vom 2. August 2012 wird über die weitere Verwendung des Kasernengeländes berichtet.

Nachfolgend stehen beide Artikel. Zum besseren Lesen sind die Texte nochmals aufgeführt.

Danach: Stimmungsbilder von den “rauchenden Türmen” des Kernkraftwerkes.

Auch das macht Philippsburg aus

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VON MONIKA EISELE

Lange Jahre herrschte Unsicherheit wie es mit dem Gelände der ehemaligen "Salmkaserne" weiter gehen soll. 2002 konnte ein Großteil des Geländes an die Firma "RFL Reifen Felgen Logistik“ verkauft werden.“Innerhalb sehr kurzer Zeit ist es uns nun gelungen die nördliche Restfläche mit einer, Größe von etwa 10,5 Hektar an die Firma Bioenergie Nordbaden zu verkaufen", berichtet Bürgermeister Stefan Martus.

Diese plant auf einem etwa 2,5 Hektar großen Teil des Geländes ein thermisches Blockheizkraftwerk, BHK, mit einem Megawatt oder 1.000.000 Watt Leistung zu errichten. Geschäftsführer Stefan Gredler hatte sein Konzept im Oktober vergangenen Jahres im Gemeinderat vorgestellt. Außer der Errichtung des BHKs werde langfristig auch der Umzug der Firma Gredler & Söhne vom jetzigen Standort in Karlsdorf-Neuthardt nach Philippsburg ins Auge gefasst, so Gredler. "Das Konzept sieht vor, die "Abfälle", sprich Baumschnipsel und anderes organisches Material aus der Produktion von Gredler & Söhne im BHK in Energie und Biosprit umzuwandeln", erklärt Stefan Gredler. Den Unternehmer begeistert vor allem damit praktisch einen geschlossenen Kreislauf in seinen Betrieben herstellen zu können. "Wir nutzen unser eigenes Potential aus der Region, um damit unseren Energie- und Spritbedarf selbst zu decken und Überschüsse ans öffentliche Netz abzugeben. " Die Wertschöpfting bleibe so im Haus, aber hauptsächlich gehe es darum, nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung, zu nutzen ohne diese, wiederum sehr energieaufwändig, über lange Strecken an den Verarbeitungsort zu transportieren. "Wenn wir das Material für das BHK beispielsweise aus Spanien oder Italien einfuhren müssten, wäre schon allein wegen des Transports die Energiebilanz negativ." In Sachen Lärm- und Verkehrsaufkommen rund um das geplante BHK arbeite man eng und gut mit der Stadt und den übergeordnetem Genehmigungsbehörden zusammen. "Eine Mehrbelastung wird angesichts des jetzigen Verkehrsaufkommens kaum spürbar sein", so Gredler. Der Bebauungsplan, auch für die Restfläche von rund neun Hektar, befindet sich derzeit in der Offenlage und kann zu den üblichen Öffnungszeiten im Rathaus Philippsburg eingesehen werden. "Mit dem Bau des BHK sind wir in Philippsburg der Energiewende einen deutlichen Schritt näher gekommen", bilanziert Bürgermeister Stefan Martus.

 

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Wochenblatt Nr. 24 v. 22.8.2012

Textl. Fassung Wochenblatt Nr. 24 v. 22.8.2012

Stadtanzeiger Nr. 31 v. 2.8.2012

Ehemaliges Salmkasernengelände jetzt mit kompletter neuer Nutzung

Gemeinderat Philippsburg stimmt Bebauungsplanverfahren einmütig zu

Das ehemalige rund 36 Hektar große Kasernengelände ist jetzt komplett veräußert. Auch die bislang vorhandenen Restflächen werden einer neuen Nutzung zugeführt. Nach langwierigen Verhandlungen kann die Stadt Philippsburg ein inzwischen 15 Jahre altes Kapitel abschließen. Auch das gibt's in Philippsburg, dass sich der Bürgermeister und alle drei Gemeinderatsfraktionen einig sind und sich gemeinsam über einen erfolgreichen Abschluss freuen.

Zunächst wird ein "Flächenplan" erstellt. Und auf dieser abgesicherten Grundlage sollen dann zwei Bebauungspläne entwickelt werden: der Bebauungsplan "Salmkaserne" im Südteil und. der Bebauungsplan "lndustriegebiet Oberfeld II" im Norden. Einmütig fassten die Stadträte den von der Verwaltung formulierten mehrteiligen "Beschluss zur Einleitung der Bebauungsplanverfahren, zur Aufstellung und zur Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Träger öffentlicher Belange."

Seit den Bundeswehr-Standortschließungen 1997 stand die gesamte "Salmkaserne" zum Verkauf an. Damals wurden auf einen Schlag mehr als 36 Hektar geräumt. Dieses große Areal ist nach erfolgtem Notartermin nunmehr aufgeteilt: Etwa 25 Hektar sind im Besitz der Firma RFL (Reifen - Felgen - Logistik/ Speditions- und Lager-GmbH.

RFL hatte bereits sukzessiv einen Großteil des Geländes erworben. Seit über 20 Jahren spezialisiert sich die GmbH auf Logistikdienstleistungen und wirbt mit "Konzepten und Lösungen in den Bereichen Lagerhaltung und Kommissionierung sowie Komplettradmontage und Bespikung". Der "Grundstückspartner", die Firma BioEnergie Nordbaden, ist, wie es hieß, eine "energetische Tochter" von "Gredler & Söhne". Insbesondere sind diese auf dem Sektor der Baumpflege, der Baufeldräumung und der Landschaftspflege tätig. Zum weiteren Geschäftsfeld des Unternehmens gehört die Produktion von Biomasse, insbesondere von Holzhackschnitzeln.

Wie Bürgermeister Stefan Martus darlegte, sollen mit der Aufstellung der Bebauungspläne die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung eines Gewerbe- und Industriegebiets geschaffen und die Fragen des Umwelt- und Naturschutzes insgesamt planungsrechtlich nach den Vorgaben des Baugesetzbuches aufgearbeitet werden.

"BioEnergie" benötigt eine Fläche von 2,5 Hektar für das von ihr geplante Blockheizkraftwerk. Die restliche Fläche wird die Eigentümerfirma in Eigenregie vermarkten. Aus den vorgelegten Unterlagen und aus den mündlich vorgetragenen Statements des Planungsbüros ging hervor, dass das Gesamtareal mit verhältnismäßig vielen dichten Grünpflanzungen auf den Abstandsflächen bestückt werden soll, so dass das Gewerbe- und Industriegebiet mit dem garantierten Lärm- und Sichtschutz in die Landschaft passt.

Schmidhuber

Textl. Fassung Stadtanzeiger Nr. 31 v. 2.8.2012

Nummer 31
Donnerstag, 2. August 2012

Bekanntmachung über die Aufstellung des Bebauungsplans „Ehemalige Salmkaserne“ in Philippsburg …..

Der Gemeinderat der Stadt Philippsburg hat in seiner Sitzung am 24.07.2012 die Aufstellung eines Bebauungsplans "Ehemalige Salmkaserne" in Philippsburg gemäß § 2 Abs. 1 und 4 BauGB für die Entwicklung eines Gewerbe- und Industriegebiets auf dem nördlichen Teil des ehemaligen Kasernenareals beschlossen (Aufstellungsbeschluss).

Des Weiteren hat der Gemeinderat beschlossen, nach § 3 Abs. 1 BauGB, die Öffentlichkeit frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung zu informieren und die Träger öffentlicher Belange gemäß § 4 Abs. 1 BauGB frühzeitig am Bebauungsplanverfahren zu beteiligen.

Außerdem hat der Gemeinderat in dieser Sitzung beschlossen, den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Ehemalige Salm-Kaserne - Rohrstücker" vom 20.04.2010 aufzuheben.

Ziel und Zweck des Bebauungsplans ist die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung eines Gewerbe- und Industriegebiets auf dem nördlichen Teil des ehemaligen Kasernenareals.

Das Planungsgebiet liegt am südlichen Ortsrand der Stadt Philippsburg. Es wird im Norden durch die Kasernenstraße, im Osten durch einen Feldweg (Flurstück 835), im Süden durch das Grundstück der Firma RFL und im Westen durch den Oberfeldweg begrenzt. Der Geltungsbereich umfasst eine Fläche von ca. 12 ha und beinhaltet die Flurstücke Nr. 780, 780/1 der Gemarkung Philippsburg. Die genaue zeichnerische Abgrenzung des Geltungsbereichs ist im nachfolgenden Lageplan dargestellt.

Siehe Plan im Bild des Originals

Der Abgrenzungsplan und das grundsätzliche städtebauliche Konzept für den Bebauungsplan mit Begründung liegen in der Zeit

vom 10.08. bis 10.09.2012

bei der Stadtverwaltung Philippsburg, Stadtbauamt, Rote-Tor-Straße 6-10, während der Dienststunden zu jedermanns Einsicht öffentlich aus.

Während der Auslegungsfrist können - schriftlich oder mündlich zur Niederschrift - Stellungnahmen bei der Stadtverwaltung Philippsburg abgegeben werden. Da das Ergebnis der Behandlung der Stellungnahmen mitgeteilt wird, ist die Angabe der Anschrift des Verfassers zweckmäßig.

Philippsburg, den 02.08.2012

Stefan Martus
Bürgermeister

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Textl. Wiedergabe der Bekanntmachung

Philippsburg 1
Philippsburg 3
Philippsburg 2

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Bilder: Willi Leidner